Einleitung zu Paraschat Wajischlach

In dieser Parascha kommt die Jaaqov-Erzählung zu ihrem Höhepunkt: Das Wiedersehen mit Esaw. Dieses Wiedersehen ist deshalb so bedeutsam, weil sich darin die ganze Angst Jaaqovs vor Esaw widerspiegelt und die ganze alte Geschichte der Brüder wieder aufkommt. Jaaqov tut alles, um seinen Bruder zu besänftigen: er schickt Geschenke voraus und er betet zu G“tt, um auch von dort her Hilfe zu erhalten. Dabei schlägt Jaaqov gegenüber G“tt einen Ton an, der bei den Stammvätern recht neu ist: Um G“tt für sich und gegen seinen Bruder zu gewinnen, erinnert er G“tt an sein Versprechen, dass aus Jaaqov einmal ganze Völker erstehen werden. Hatte Avraham vor der Zerstörung von Sedom und Amorra noch demütig für die Gerechten Partei ergriffen, so verweist Jaaqov G“tt an seine eigenen Verpflichtungen, ihm zu helfen.

Vielleicht ist auch deshalb hier die Geschichte eingeflochten, in der Jaaqov mit einem Mann (meist als Engel interpretiert) kämpft. Hier heißt es ja: Jaaqov habe mit Menschen und mit G“tt gekämpft und stets gesiegt (weshalb er nun Jisrael heißen soll). Jaaqov hat ja mit Esaw und mit Lavan gekämpft, er hat für sich und seine Grundbestimmung, das Erbe der Stammväter fortzuführen, gekämpft, aber er hat eben auch mit G“tt gerechtet und seine Hilfe und seinen Segen erkämpft.

Wenn man nun berücksichtigt, dass Jaaqov in Jisrael umbenannt wird und eben in dieser Parascha die Zwölfzahl der Söhne Jaaqovs (und damit die zwölf Stämme Jisraels) vervollständigt wird, kann die Figur Jaaqov durchaus als Grundmuster für das Volk Jisrael gelten.

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