Einleitung in Paraschat Behar Sinai

Die letzten beiden Paraschiot des Buches Wajiqra ändern etwas die Blickrichtung. Zum einen treten die Kohanim, die Priester des Heiligtums, ganz aus dem Blickfeld, zum anderen wird das Land selbst thematisiert. Das ist neu. Denn bislang wurde der Blick ganz auf die Jetztzeit (die Wüstenzeit) gelenkt, nun ist es die Zukunft, die beinhaltet, dass das Volk Jisrael einmal im Land Kenaan (Land Jisrael) leben wird. Das könnte schon damit zusammenhängen, dass das folgende Buch Bemidbar (Numeri) den Aufbruch vom Berg Sinai thematisiert und die Wanderung  bis zur Grenze des versprochenen Landes beinhaltet.

Beide wichtigen Gebote dieser Parascha (Schabbat- und Yoveljahr) beziehen sich vornehmlich auf das Land. Das Schabbatjahr ist der Schabbat fürs Land, im Yoveljahr kommt alles Land wieder zurück zu seinem Ursprungseigentümer. Wurde dem Volk immer wieder das Land als Erbbesitz von Gott versprochen (der gesamte Auszug aus Ägypten, die Wanderung durch die Wüste sind auf diese Gabe hin ausgelegt!), so kommt mit diesen beiden Geboten eine äußerst wichtige Einschränkung: Auch wenn ich euch das Land versprochen habe, auch wenn ihr einmal das Land in Besitz nehmen werdet, so ist es trotzdem nicht in eurer freien Verfügungsmasse. Ihr könnt mit dem Land nicht einfach tun, was ihr wollt. Denn das Land ist meines, und es bleibt auch meines, euch habe ich es nur geliehen. Hier könnte man sogar noch hinzufügen: Nur weil es mein Land bleibt und ihr keine vollkommene Verfügung über das Land habt, könnt ihr so frei sein, an eure Mitmenschen, die verarmt sind, zu denken. Denn beide Gebote beinhalten soziale Aspekte.

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