Einleitung zu Paraschat Bechuqotai

Die letzte Parascha des Buches Wajiqra nimmt ebenfalls das Land ganz besonders in den Blick: Das Land wird reiche Früchte tragen, wenn die Bewohner des Landes die Gebote G“ttes einhalten. Und umgekehrt: Das Land wird verwüstet werden und die Bewohner aus dem Land geworfen werden, wenn sie sich nicht an die Gebote halten. Nun sollte gerade diese Parascha nicht zu leicht genommen werden, in dem Sinn: dem Bösen geht es schlecht, dem Guten geht es gut. Das wäre zu einfach (und entspricht meist auch nicht der eigenen Beobachtung, wenngleich es auch die Hoffnung des naiv Religiösen sein mag!!!). Diese Parascha verknüpft das Land mit dem Gebot, wie die letzte Parascha ebenfalls. Das Land wird unter einen Vorbehalt gestellt. Es gehört mir nicht einfach, ich kann mit ihm nicht einfach tun, was ich will, weil es letztlich G“tt gehört. Das Land wird mir nur zuteil, wenn auch ich mich G“tt zuteil werden lasse, wenn ich mich also unter das Gebot G“ttes stelle. Diese Aussage hat vor allem dann eine besondere Sprengkraft, wenn man bedenkt, wie selbstverständlich es in der Menschheitsgeschichte stets war, dass sich Menschen Ländereien an sich gerissen haben, um freie Verfügungsgewalt darüber auszuüben (das Eigentum, gerade auch am Land, steht auch heute im Grundgesetz unter einem besonderen Schutz des Staates). Diese Parascha kontrastiert deshalb auch die Aussage aus dem ersten Schöpfungsbericht, wonach der Mensch fruchtbar werden und sich die Erde untertan machen soll, ein Satz, der im christlichen Abendland bis zum heutigen Kapitalismus verheerende Auswirkungen hatte und hat.

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