Paraschat Qorach

Wie sich Qorach gegen Mosche erhebt

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Einmal geschah es, da ging Qorach, ein Mann aus dem Stamm Lewi, zu Mosche und stritt mit ihm. Auch Dathan und Aviram waren mit dabei und hatten noch 250 Männer zu Mosche mitgenommen.

Sie sagten zu Mosche: „Wieso willst eigentlich immer nur du über uns bestimmen? Wir alle sind doch die Gemeinde des Ewigen und werden heilig genannt. Wir alle haben die Worte des Ewigen am Berg Sinai gehört. Weshalb blähst du dich so auf und willst besser als wir anderen sein?“

Da wurde Mosche ganz blass, denn er wusste, dass der Ewige so etwas nicht gern hören würde. Nach einer Weile sagte er den zornigen Leuten:

„Der Ewige wird uns morgen früh sagen, wen er ausgewählt hat und wer von uns den Dienst am Heiligtum tun soll. Ob das Aharon sein soll mit seinen Söhnen, oder ob ihr es sein sollt. Bringt deshalb morgen früh eure Pfannen mit, in denen ihr die wohlriechenden Kräuter verbrennen könnt. Aber ich warne euch: Ihr wollt zuviel!“

Am andern Morgen kam Qorach mit seinen Leuten zum Zelt des Ewigen, und alle hatten ihre Pfannen dabei. Nur Dathan und Aviram wollten nicht kommen, weil sie sich von Mosche nichts sagen lassen wollten. Auch Aharon kam zum Zelt. Sie legten ihre wohlriechenden Kräuter hinein und brannten sie an. So also standen sie am Eingang des Zeltes.

Plötzlich kam eine riesige Wolke auf sie zu, und in der Wolke konnte man ein wunderschönes Schimmern sehen, das Schimmern des Ewigen. Alle konnten es sehen. Aber der Ewige sagte zu Mosche:

„Geht alle weg von diesen bösen Menschen da, denn ich will sie auf der Stelle auslöschen!“
Da ging Mosche zu den Zelten von Dathan und Aviram und sagte allen Leuten, die in der Nähe standen, dass sie alle schnell fortgehen sollten. Und so machten die Leute es auch. Langsam zogen sie sich zurück und entfernten sich von Dathan und Aviram. Erst jetzt kamen Dathan und Aviram aus ihren Zelten. Sie lachten über Mosche und Aharon.

Da rief Mosche laut: „Jetzt könnt ihr sehen, wen der Ewige ausgewählt hat! Wenn Dathan und Aviram auf der Stelle von der Erde verschlungen werden, dann wisst ihr, dass das nur Halunken sind, die sich wichtigtun wollen!“

Kaum hatte Mosche das gesagt, da fing plötzlich die Erde zu beben und zu zittern an, die Erde riss auf, und Dathan und Aviram fielen in den riesigen Spalt und wurden von der Erde verschluckt. Da schrien alle laut auf, weil sie glaubten, dass sie auch von der Erde verschlungen würden. Und ein Feuer brach aus und verschlang auch all die Männer, die Dathan und Aviram beigestanden hatten.

Wie die Pfannen in das Heiligtum kamen

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Nach diesen schrecklichen Ereignissen sagte der Ewige zu Mosche: „Denk an die Pfannen. Die liegen jetzt alle nur so herum. Aber ihr müsst sie einsammeln und ins Heiligtum bringen, denn die Pfannen sind heilig geworden. Denn die Kräuter wurden vor dem Heiligtum und vor den Ewigen hingebracht.“

Und so ging Elasar, der Sohn Aharons, hin, sammelte die Pfannen ein und machte aus den kupfernen Pfannen einen Überzug für den Altar. Und so konnten die Kinder Jisraels erkennen, dass nie ein Fremder zu weit in das Heiligtum hinein darf. Das durften nur Aharon und seine Söhne, die Kohanim.

Wie das Volk wieder einmal mault

Kaum war das alles geschehen, da kamen Leute, die um Qorach trauerten, zu Mosche und Aharon und schrien: „Ihr habt das Volk  des Ewigen getötet. Ihr habt sie auf dem Gewissen!“
Und gerade als Leute zum Zelt des Ewigen kamen, sahen sie, wie sich wieder die Wolke auf das Zelt herabließ und sahen wieder dieses wunderbare Schimmern, das Schimmern des Ewigen. Und zu Mosche und Aharon gewandt sagte der Ewige: „Geht weg von diesen Leuten. Ich will meinen Zorn gegen sie wenden und sie alle austilgen.“

Als Mosche das hörte, rief er zu Aharon: „Schnell, hol eine Pfanne, leg Kräuter hinein und zünde die Kräuter an. Bring die Pfanne schnell zu den Jisraeliten, damit du sie alle ins Reine bringen kannst. Denn der Ewige hat seinen Zorn gegen die Kinder Jisraels erhoben. Schau, die ersten Leute liegen schon da und sind ganz krank geworden.“

Und Aharon holte eine Pfanne, legte Kräuter hinein und zündete sie an. Dann eilte er zum Volk und stand mit seiner Pfanne zwischen den Menschen, einige Tote lagen schon herum. Aber wie er so zwischen den Lebenden und Toten stand, hörte die Plage auf, und die Leute wurden nicht mehr krank, auch starb niemand mehr.

Wie der Stab Aharons erblüht

Der Ewige sagte zu Mosche: „Geh zu den Stämmen Jisraels und verlange von allen Stämmen einen Stab, also insgesamt zwölf Stäbe. Schreib auf alle Stäbe die Namen der Stämme, für den Stamm Lewi schreib den Namen Aharon darauf. Dann sollst du die Stäbe vor die Tora legen. Und nach einer Weile kannst du erkennen, wen ich für das Heiligtum erwählt habe. Denn ich habe denjenigen erwählt für den Dienst für mich, dessen Stab plötzlich Blüten treiben wird. Ihr sollt es nämlich ein für alle Male sehen, wer für besondere Aufgabe zuständig ist. Ich habe es satt, dass ihr euch ständig darüber streitet, wer bei mir im Heiligtum arbeiten darf!“

Und so machte es Mosche: Er ging zu jedem Stamm und holte sich die Stäbe. Auf alle Stäbe schrieb er die Namen, und dann legte er alle Stäbe vor die Tora.

Am nächsten Tag ging Mosche ins Zelt des Ewigen, um nach den Stäben zu schauen. Und da sah er, dass Aharons Stab Blüten hatte. Sofort nahm er die Stäbe und brachte sie hinaus zum Volk, damit auch das Volk sehen konnte, wer künftig im Zelt des Ewigen arbeiten durfte.

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