Paraschat Haasinu

Das Lied des Mosche

32
Horch auf, Himmel, ich will reden!
Auch die Erde höre zu!
Mein Wort soll wie Regen sein,
wie Tau am Morgen, was ich sage.
Wie Regengüsse für das Grün,
wie Schauer für das Gras!
Denn ich will den Namen des Ewigen rufen,
unserem Gott seine Größe geben.

Ein Fels! Was er tut, ist gut,
alle seine Wege sind gerecht,
er ist treu und ohne Fehler,
ohne Tücke, er ist gerecht.

Aber sie sind seine Kinder nicht mehr,
selbst auf Abwege gegangen, hinterhältig,
So lohnt ihrs dem Ewigen,
du dummes, einfältiges Volk?
Ist nicht er es, der dich geschaffen hat,
der dich ins Leben rief und dich wollte?

Denk mal an die alten Zeiten,
frage deine Eltern, sie erzählens dir!
Als er vor langem daran ging,
den Völkern Land zu geben,
da dachte er an Jisrael!
Denn sein Volk ist sein Besitz,
Jaaqov bekam es in die Hand.
In der Öde hat er’s gefunden,
gehütet hat er es,
wie ein Adler ums Nest fliegt,
mit Flügeln Schutz ausbreitet.

Ja, er war es, er hats getan,
kein fremder Gott stand ihm bei.
Er ist es, der das Land erblühen,
der die Früchte reifen lässt.

Aber als Jeschurun fett geworden war,
verließ es seinen Gott.
Liefen hin zu fremden Göttern,
machten Gräuel aller Art.

Du hast den Gott vergessen,
der dich erschaffen hat,
Aber der Ewige hat es gesehen,
und er hat für dich nichts mehr übrig.
Er ist ärgerlich mit den Söhnen,
ärgerlich mit den  Töchtern.
Und sagte: Ich wende mich von euch,
mal sehn, was aus euch wird.
Denn sie sind böse,
kennen keine Treue,
sie reizten mich mit einem Nicht-Gott,
sie ärgerten mich mit ihren Götterchen.

Und nun reize ich sie mit einem gemeinen Volk,
ärgere sie mit kriegerischen Nationen.
Ja, mein Zorn entflammt,
bricht herein über sie.
Das Volk leidet,
liegt ermattet da,
Hunger und Pest nagen an ihm.
Ich vertilge dieses Volk,
aus dem Gedächtnis der Menschheit streiche ich es.
Unsere Hand hat sich gegen das Volk erhoben,
und der Ewige kann dafür nichts,
denn sie sind starrköpfig
und begreifen nichts.
Nur der Weise begreift alles
und denkt das Ende mit.

Das alles ist bei mir beschlossen,
ich vergelte die Untat.
Aber wenn sie gehn auf Abwegen
und eines Tages straucheln,
dann werde ich mich ihnen erbarmen.

Dann werde ich fragen:
Wo sind nun deine Götter,
wo ist dein Fels,
bei dem du Zuflucht suchen kannst.
Du hast ihnen doch geopfert,
für sie alles gemacht,
sollen sie dir doch zu Hilfe eilen,
dir Schutz gewähren.

Nun also, seht her:
Bin es nicht ich,
ich allein und nur ich,
und keine Gottheit neben mir?
Ich töte und mache lebendig,
ich schlage und heile wieder.
Niemand kann sich aus meiner Hand befreien.
Ich bringe Vergeltung meinen Feinden,
ich schlage sie mit dem Schwert.

Völker! Jubelt seinem Volk zu,
er schützt sein Volk,
rächt seine Feinde.
verschafft ihm Recht

Mosche kam also und trug dem Volk dieses Lied vor, Mosche und Hoschea trugen es gemeinsam vor.
Nachdem er also alle diese Reden an das Volk gehalten hatte, sagte er noch zum Schluss: „Nehmt alle diese Worte sehr ernst, damit ihr auch euren Kindern diese Worte lehren könnt. Das sind nämlich keine leeren Worte. Es sind vielmehr Worte, an denen euer Leben hängt. Und nur durch diese Worte werdet ihr auch in der Lage sein, lange im Land zu leben, in das ihr nun ziehen werdet.“
An diesem Tag sagte der Ewige zu Mosche: „Steig nun auf den Berg Nebo, der östlich von Jericho liegt. Und wenn du oben bist, dann schau hinüber in das Land Kenaan, das ich den Kindern Jisraels geben werde. Auf diesem Berg sollst du sterben, so wie dein Bruder Aharon auf dem Berg Hor gestorben ist. Weil ihr damals bei Meriva nicht auf mich gehört habt und dem Volk nicht meine Heiligkeit gezeigt habt. Deshalb wirst du das Land nur von ferne, vom Berg Nebo aus sehen können.

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