Einleitung zu Paraschat Haasinu

Diese Parascha enthält fast ausschließlich das Lied Haasinu. Hier wird poetisch das formuliert, was in den Mosche-Reden im Buch Devarim zum Ausdruck kam, nämlich die Wege Gottes einzuhalten, damit es den Jisraeliten gut ergeht in ihrem von Gott geliehenen Land. Allerdings formuliert das Lied das Abdriften von diesem Weg bereits so, als wäre es eine Tatsache. Insofern nimmt das Lied eine viel allgemeinere Perspektive ein, die den ganzen Geschichtsverlauf in den Blick nimmt. Deshalb wird hier am Ende der Tora noch einmal das Motiv aufgenommen, dass Gott der Schöpfer der Welt ist und insofern immer schon allen Gottesvorstellungen überlegen. Das Ausführen einzelner Gebote, wie dies in den Mosche-Reden ausführlich dargelegt worden ist, wird insofern in einen größeren Zusammenhang gebracht, gehört sozusagen in einen geschichtstheologischen Bogen, der darauf abzielt, dass Gott die Welt und Jisrael „erlösen“ wird, also endgültig Erbarmen haben wird mit seinem Volk. Zumindest wird von einigen Auslegern darauf insistiert, dass das letzte Erbarmen Gottes der Fingerzeig auf die zukünftige Welt ist.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *